Geschichte des Airbrush »

 

 

 

 

 

 

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Die Geschichte des Airbrush »

(Quelle: "Airbrush Grundwissen" von Roland Kuck)

 

Die Geschichte des Airbrush wie wir ihn heute kennen, begann im Jahre 1893, als Charles Burdick in London das erste Patent für diesen "Aerographen" anmeldete. Charles Burdick, Künstler der Aquarellmalerei, nutzte diese Erfindung, um in seinen Aquarellgemälden perfekte Farbverläufe ohne Flecken und verwischen der Farben anzufertigen. Er erstellte einige gespritzte Musteraquarelle und sendete diese an die "Königliche Akademie der Künste" für die jährliche Ausstellung. Diese lehnten seine Bilder allerdings ab, weil die Gelehrten in der Spritzpistole eine mechanische Malhilfe sahen. 

 

Bereits im Jahre 1879 erfand Abner Peeler einen mechanischen Pinsel der "Paint Distributer" genannt wurde. Diese Erfindung wurde für Fotoretusche und Portraitmalerei verwendet. Die Arbeitsweise dieses Geräts findet sich später in der "Paasche AB Turbo" wieder.

 

Man Ray (amerik. Professor f. Zeichnen, Bildhauer, Fotograf und Mitbegründer der Dadabewegung 1915 in New York) entdeckte 1918 den Airbrush als neue Ausdrucksform und malte eine Reihe von Bildern, die in Paris unter dem Titel "First Objects Aerated" (Erste gespritzte Werke) ausgestellt wurden. Diese Ausstellung wurde ein furchtbarer Reinfall. Die europäischen Kunstkritiker bezeichneten Man Ray als einen Entarteten, einen Scharlatan und Kriminellen, der die Kunst der Malerei mit mechanischen Mitteln schänden würde.

 

In den 20er Jahren entwickelte sich auch das Bauhaus in Weimar, wo  unter der geistigen Führung des Architekten Walter Gropius und der Mitarbeit namhafter Künstler wie Paul Klee, Wassily Kandinsky und Mies van der Rohe die Synthese von Kunst und Technik proklamiert wurde. Demzufolge konnte die Spritzpistole allen anderen künstlerischen Mitteln, wie Pinsel und Bleistift, gleichgesetzt werden. Das Bauhaus wurde jeoch 1933 von den Nationalsozialisten aufgelöst, aber die Idee des deutschen Bauhauses überlebte durch die Eröffnung des "New Bauhaus in Chicago" im Jahr 1937. Während dieser Zeit kam die Spritzpistole hauptsächlich in der Werbung, Fotoretusche und der Grafik zum Einsatz.

 

In den 60er Jahren entwickelte sich die Popart, eine Kunstform, die unterschiedslos alle künstlerischen Ausdrucksmittel wie Öl, Acryl sowie Airbrush einsetzte und sich in erster Linie an den Bildern der Werbung und Gebrauchsgrafik orientierte. Zu den bekanntesten Vertretern gehören Andy Warhol, Roy Lichtenstein, Robert Rauschenberg, sowie Peter Phillips und Alan Jones. Die Künstler Phillips und Jones setzten ausschließlich die Spritzpistole für die Erstellung ihrer Bilder ein. Mitte der 60er Jahre fanden in New York mehrere Ausstellungen statt, in denen großformatige Bilder mit fotografischem Realismus gezeigt wurden.

 

Der Popart folgte der Foto- oder Hyperrealismus, dem 1972 auf der Bienale in Paris der absolute Durchbruch gelang. Die Spritzpistole eignet sich für diesen Stil, der eine perfekte und reine Ausarbeitung verlangt, hervorragend. Künstler wie Chuck Close, Don Eddy und Audrey Flack setzten für ihre fotorealistischen Werke die Spritzpistole ein. Durch diese Kunstrichtung wurden dem Airbrush alle Türen geöffnet, die ihm bis dahin verschlossen waren.